Im Dunkeln sind alle Katzen grau!

Über das Phänomen der Nachtblindheit

Der Winter ist eine dunkle Jahreszeit. Oft ist es schon um 18 Uhr stockfinster. Viele fahren jetzt nur noch ungern mit dem Auto, weil sie im Dunkeln nicht gut sehen. Ist das schon Nachtblindheit oder nur Fehlsichtigkeit? Wo liegen die Grenzen? Erfahren Sie mehr.

Das Wichtigste zuerst: Die meisten, die sich die Diagnose „Nachtblindheit“ selbst stellen, liegen damit falsch. Denn die echte (essentielle) Nachtblindheit ist ein seltenes Phänomen, das nur ungefähr 0,04 % aller Bundesbürger wirklich betrifft. Diese Erkrankung ist erblich bedingt, meist nicht heilbar, kommt schleichend daher und wird oft im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal bemerkt. Die „echte“ Nachtblindheit ist eine Netzhauterkrankung, bei der die Funktion der Stäbchen und Zapfen gestört ist. Die Folge: Das Sehvermögen verschlechtert sich zusehends – bis hin zur völligen Nachtblindheit.

Welche Erkrankungen können dahinterstecken?

Schließen Sie eine „echte“ Nachtblindheit zunächst einmal aus und konsultieren Sie einen Augenarzt. Wussten Sie, dass auch die Stoffwechselkrankheit „Diabetes“ für eine schlechte Nachtsicht sorgen kann? Darüber hinaus können auch eine Eintrübung der Linsen (Grauer und Grüner Star) und ein Vitamin-A-Mangel mit einer schlechten Nachtsicht in Verbindung stehen.

Was ist die „Blaue Stunde“?

Und plötzlich ist unsere Welt blau. Eine faszinierende Stimmung macht sich breit. Verantwortlich dafür sind die Stäbchen, die in der Morgen- oder Abenddämmerung besonders aktiv werden. Sie sorgen dafür, dass wir in erster Linie Blautöne und später nur noch Grautöne wahrnehmen. Wir sehen jetzt zwar keine Farben mehr, können Formen und Umrisse aber weiterhin erkennen und sind dabei nicht orientierungslos.

Weshalb sieht man im Dunkeln so schlecht?

Meist liegen dafür harmlose Ursachen vor. Im Dunkeln fallen kleine Sehfehler besonders schnell auf. Plötzlich sieht man Lichtkränze, fühlt sich leicht geblendet und sieht unscharf. Im Hellen merken wir unsere kleinen Sehfehler (wie z.B. eine Kurzsichtigkeit oder schwache Hornhautverkrümmung) oft gar nicht. Mit einer angepassten Sehhilfe ist die Frage „Bin ich nachtblind?“ oft schnell mit einem klaren „Nein“ beantwortet.